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Cheaney Heritage – Hergestellt in England seit 1886

Joseph Cheaney gründete das Unternehmen im Jahr 1886. 1896 zog er gemeinsam mit seinem Sohn Arthur an den Standort, an dem sich auch heute noch die Fabrik befindet.

In den ersten 80 Jahren ihres Bestehens fertigte die Fabrik Schuhe ausschließlich für einige der renommiertesten Einzelhändler weltweit – versehen mit deren jeweiligen Markennamen und nach deren individuellen Vorgaben.

Joseph Humfrey Cheaney, der Enkel des Gründers, der 51 Jahre lang für das Unternehmen tätig war, erkannte, dass die Zukunft des Betriebs im Aufbau einer eigenen Marke – „Cheaney“ – für den heimischen Markt sowie für den Export lag. Um das von der Familie geschaffene Erbe zu bewahren und fortzuführen, wurde 1964 die Entscheidung getroffen, das Unternehmen an „Church’s English Shoes“ zu verkaufen. Die Marke Cheaney war fortan für Einzelhändler weltweit erhältlich, unterstützt durch ein umfassendes Lagerprogramm direkt aus der Fabrik in Desborough.

1966 erhielt Cheaney den „Queen’s Award for Industry“ und 2016 den „Queen’s Award for Enterprise“ in der Kategorie „Internationaler Handel“.

Im Jahr 2009 erwarben Jonathan und William Church das Unternehmen. Ihre Familie stellt bereits in der fünften Generation hochwertige Schuhe her, und sie bekennen sich uneingeschränkt dazu, erstklassiges Schuhwerk zu produzieren, das vollständig in England gefertigt wird.

Das Bild zeigt die Fabrik von Cheaney in Northamptonshire um 1900 (es handelt sich um denselben Standort wie heute).

Schuhmachertradition in Northamptonshire

Northamptonshire ist als Zentrum der hochwertigen englischen Schuhmacherei bekannt. Es ist durchaus interessant, den Ursprüngen dieser Industrie nachzugehen. Eine verbreitete Theorie besagt, dass im 17. Jahrhundert reichlich Materialien für die Ledergerbung zur Verfügung standen. Dies – so die Erzählung – habe, in Verbindung mit dem Bedarf an neuem Schuhwerk für die Armeen, die kurz vor der Schlacht von Naseby standen, den Grundstein für die aufkommende Schuhindustrie gelegt. Eine schöne Legende, doch die Realität ist deutlich prosaischer. Im 17. Jahrhundert gab es noch keine Fabriken. Erst etwa 200 Jahre später begannen die alteingesessenen Schuhmacherfamilien, sich stärker zu organisieren, was zur Gründung von Manufakturen führte – so auch bei Cheaney. Joseph Cheaney, der zuvor als Betriebsleiter bei B. Riley tätig war, gründete 1886 das Unternehmen „J. Cheaney, Boot & Shoemakers“ in kleinen Räumlichkeiten in der Station Road in Desborough. Damals waren viele Menschen in die Schuhherstellung eingebunden; anstatt jedoch den gesamten Fertigungsprozess zu übernehmen, spezialisierten sie sich jeweils auf einen bestimmten Arbeitsschritt. Dies geschah in der Regel in kleinen Werkstattgebäuden – sogenannten „Shops“ –, die sich am Ende ihrer Gärten befanden. Während der verschiedenen Fertigungsphasen wurde der Schuh von einer Werkstatt zur nächsten weitergereicht, bis das Endprodukt schließlich an einer Sammelstelle für den Vertrieb eintraf – ein Prozess, der durch das aufstrebende Straßen- und Schienennetz erheblich erleichtert wurde. Zuvor belieferten Schuhmacher ihre Kunden ausschließlich in ihrer unmittelbaren Umgebung.

Zu jener Zeit gab es in Desborough etwa sieben Schuhfabriken. Im Jahr 1890 trat Arthur Cheaney in das Unternehmen seines Vaters ein. 1896 zog der Betrieb an den Standort um, an dem er sich noch heute befindet: in eine eigens für die Schuhherstellung errichtete Fabrik, die alle Arbeitsschritte – vom Zuschnitt des Leders bis hin zur abschließenden Politur – unter einem Dach vereinte. Während manche Hersteller die Vorfertigung der Schuhoberteile heute in den Fernen Osten auslagern, werden Cheaney-Schuhe – genau wie schon seit 1886 – weiterhin in Desborough, Northamptonshire, zugeschnitten und „geschlossen“ (d. h. die Oberteile werden zusammengefügt).

Joseph Cheaney

Joseph Cheaney war eine bekannte Persönlichkeit in der Gemeinde; er war als Gemeinderat tätig und engagierte sich zudem in der Kirche. Er setzte sich für das Wohlergehen der Kinder vor Ort ein – so heißt es beispielsweise, dass er sie regelmäßig mit Orangen versorgte. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg Harold Cheaney in das Unternehmen seines Vaters und seines Bruders ein, was 1903 zur Umbenennung der Firma in „J. Cheaney & Sons“ führte. Im Jahr 1920 wurde das Unternehmen in eine Kapitalgesellschaft (Limited Company) umgewandelt; das eingezahlte Stammkapital belief sich auf 51.400,00 £ – eine für damalige Verhältnisse beachtliche Summe.

Es gibt einige amüsante Anekdoten über die eigenwillige Art der Belegschaft in jener Zeit. So zeigten die Schuhmacher aus Desborough reges Interesse an der örtlichen Jagd und baten um die Erlaubnis, dem Spektakel beiwohnen zu dürfen. Als ihnen dies verwehrt wurde, gingen sie kurzerhand trotzdem hin – was für den Rest des Tages das Ende der Produktion bedeutete! Bei einer anderen Gelegenheit erschien ein Vertreter eines Herstellers von Schuhleisten (jene dreidimensionalen Formen, über die Schuhe gefertigt werden), um eine effizientere Handhabung dieser Leisten vorzuführen. Die Belegschaft ließ sich jedoch nicht gerne in ihre Arbeitsweise hineinreden: Sie beförderten den Vertreter kurzerenhand in den örtlichen Ententeich. Das brachte jedem der Beteiligten eine Geldstrafe von 6,95 £ ein! Damals betrug die wöchentliche Arbeitszeit bei Cheaney 54 Stunden, verteilt auf fünfeinhalb Tage.

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